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1598 – Das Kirchspiel Hohenhorn

Durch den Perleberger Vertrag von 1420 ging das Kirchspieldorf Geesthacht in die Hände der Hansestädte Hamburg und Lübeck über. Die Hohenhorner gingen weiterhin nach Geesthacht zur Kirche, nur das Gotteshaus befand sich nunmehr im Ausland.

Nach der Reformation, die durch die Kirchenordnung von 1585 für das Lauenburgische festgelegt wurde, ordnete Herzog Franz II. (1583-1619) die Kirchspiele in seinem Herrschaftsgebiet neu. 1598 bestimmte er Hohenhorn zum kirchlichen Mittelpunkt der lauenburgischen Dörfer Besenhorst, Fahrendorf, Escheburg, Börnsen, Wentorf und Wohltorf. Mit der Neuordnung des Kirchspiels festigte der Herzog seinen Herrschaftsanspruch in seinem Land. Während Wohltorf 1910, Wentorf 1898 und Besenhorst (später Düneberg) nach dem Zweiten Weltkrieg das Kirchspiel verließen, kam Kröppelshagen 1910 von Brunstorf nach Hohenhorn. Heute gibt es neben der Nikolaikirche in Hohenhorn Kapellen in Escheburg (1981), Kröppelshagen (1974) und Börnsen (1962).

Die Bildung des Kirchspiels Hohenhorn bedeutete eine Aufwertung des Dorfes. Die Pfarreinnahmen blieben nunmehr im Lauenburgischen, statt ins „Ausland“ (Geesthacht) abzuwandern. Als zentrales Kirchdorf wurde Hohenhorn zum kulturellen und sozialen Mittelpunkt der anliegenden Orte. Auf der „wüsten Hufe“ Koops, etwa 200 Meter östlich der Kirche baute man ein neues Pfarrhaus, denn der alte Wendemhoff (gewidmeter Pfarrhof) dicht bei der Kirche war verpachtet. Die kleine St.-Nikolai-Kapelle, aus Felsensteinen gebaut, wurde um ein Kreuzschiff im typischen lauenburgischen Fachwerkstil erweitert, der Friedhof vergrößert. Zu den entfernten Kirchspieldörfern wurden Kirchsteige angelegt.

Archivberichten zufolge wurde die Nikolai-Kapelle zum Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend baufälliger, so dass ein Neubau notwendig wurde. Im Jahre 1825 begann der Bau, am 1. April 1827 wurde das neue Gotteshaus, die heutige Nikolai-Kirche, geweiht. Die Orgel kam aus Hamburg.

Das Altarbild, eine Kopie nach dem holländischen Meister van Dyck, wurde aus Lübeck gestiftet. Unverdrossen haben sich um den Bau bemüht – so steht es in der im Grundstein vermauerten Urkunde – die Kirchenjuraten Dr. Jürgen Wittkamp aus Hohenhorn und Henning Christoph Steffens aus Börnsen.

1862 wurde der Kirchhof erweitert, 1867 der neuromanische Backsteinturm errichtet. Der Kirchenbau gehört zu den Wahrzeichen der Gemeinde.